3E Morava Nature

3E-Morava Nature

Kurze Projektbeschreibung 

Die March stellt ein gemeinsames einzigartiges Naturphänomen Österreich und der Slowakei dar. Zusammen mit ihren Augebieten in Form natürlicher und halbnatürlicher Lebensräume beiderseits des Flusses sowie eines seltenen paleontologischen Standortes ist sie Teil des Natura 2000 Netzwerkes, grenzüberschreitenden Ramsargebietes und Trittstein des Alpen-Karpaten-Korridors. Der aktuell ungünstige Zustand mehrerer seltener Naturstandorte und ein Mangel an Managementmaßnahmen, bewirkt den kontinuierlichen Rückgang seltener Lebensräume und gefährdeter Arten. Ein gezieltes grenzüberschreitendes Naturraum-Management, fachliche Aufsicht, Verbesserung des Umweltbewusstseins sowie finanzielle Kapazität ermöglichen eine Verbesserung. Hauptziel des vorliegenden Projektes ist daher, die Lebensräume so zu bewirtschaften, dass die Lebensraumvernetzung, die Biodiversität und die wertvollen Ökosystemleistungen erhalten werden - beiderseits der March. Die Projektaktivitäten umfassen Revitalisierung und Management von 50 ha terrestrischen- und Wasserbiotopen, die Stärkung der Umweltbildung, verbunden mit Naturtourismus. Weiters werden 4 Ökocenter zur Stärkung künftiger grenzüberschreitender Zusammenarbeit sowie zur bewussten Pflege des natürlichen Erbes des Marchgebiets errichtet. Mittels Umweltbildung werden täglich mind. 100 000 Besucher über die Naturwerte und Pflege dieses grenzüberschreitenden Gebiets informiert, die Akzeptanz der Schutzmaßnahmen wird gesteigert. Die Aktivitäten werden Bürger u. Besucher im Alter von 6 bis 99, Fachleute u. die Öffentlichkeit ansprechen. 

Das Gleichgewicht zwischen österreichischen u. slowakischen Partnern sowie die Kooperation mit wichtigen strategischen Partnern gewährleistet eine erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit und messbare Ergebnisse im Schutz der gemeinsamen Landschaft sowie einen sichtbaren Einfluss auf die Zielgruppen. Damit wird auch eine Akzeptanz und Zusammenarbeit für künftige Naturschutzaktivitäten im Marchgebiet erreicht.  

Beschreibung der Ausgangslage und Begründung des Bedarfs der Projektumsetzung 

Die Grenzregion der March-Thaya- Auen mit den angrenzenden Landschaften des Weinviertels, der Zahorie und des DevinskaKobyla ist ein wichtiges Gebiet für grenzüberschreitenden Schutz. Mehr als 50.000 Hektar Land sind als Schutzgebiet ausgewiesen, wobei verschiedenen Schutzgebietskategorien zu tragen kommen. Viele von ihnen sind wertvolle Elemente im ökologischen Netzwerk zwischen den Alpen und den Karpaten.Die Intensivierung der Landnutzung, das Verbauen von Land, Fragmentation und Zerstörung von wertvollen Lebensräumen, aber auch die Aufgabe von tradionellen, extensiver Bewirtschaftung sind die größten Bedrohungen für die Biodiversität in diesen Schutzgebieten. Eine 2011 durchgeführte Evaluierung der gefährdeten Lebensräume zeigte, dass 7 von 14 Lebensräumen der Aulandschaft in einem ungüstigen Erhaltungszustand sind. Das Schutzgebiet liegt zwischen den beiden Hauptstädten Bratislava und Wien. 1,9 Mio. Menschen leben in umittelbarer Umgebung von rund 60 min Fahrzeit, während die Region selbst nur wenig besiedelt ist. Eine 2010 durchgeführte Studie zeigte, dass die March-Thaya-Auen als Erholungsgebiet ein großen Stellenwert - speziell für Einwohner aus der Umgebung – besitzt. 48% der Einwohner des Bezirks Gänserndorf besuchen häufig die Schutzgebiete rund um die March-Auen, 11% sind regelmäßige Gäste. Und dennoch wird das Potential des nachhaltigen Tourismus bis heute kaum genutzt. Der prozentuelle Anteil der Bewohner, die im Tourismus-Sektor arbeiten ist gering, geeignete Einrichtungen sind kaum vorhanden. Das bedeutet, dass zwar viele Menschen das Gebiet nutzen, diese aber nicht gut informiert und gelenkt werden, was eine Bedrohung darstellt. In diesem Projekt sollen demnach drei Strategien für dieses Gebiet effizient umgesetzt werden:

- Geeignete Habitate sollen in einer tradionellen Weise wieder beweidet werden, um Biodiversität zu erhalten und zu stärken.

- Kinder und Schüler sollen über die natürlichen Werte der March Region unterrichtet werden

- Ökozentren sollen errichtet / verbessert werden um ein Netzwerk aus Einrichtungen für Naturschutz und Besucherbetreuung zu bilden 

Situation nach der Umsetzung und Nachhaltigkeit des Projektes 

Dank dem zielorientierem Management sind die Werte für die natürliche Umwelt gestiegen, ebenso sind durch die Biotoppflege mittels tradioneller Beweidung die Biodiversität und das ökologische Netzwerk gestärkt. Der Schutzstatus von mehr als 50 Hektar geschützeter Landschaft sind in Österreich und in der Slowakei verbessert. Im See bei Adamov wurden 5 Brutinseln für geschützte Vogelarten errichtet. Durch die Errichtung und Verbesserung von Besuchereinrichtungen in 4 Ökozentren und 1 Ökoschulraum werden mehr als 50.000 Gäste jährlich über die Werte und Schutzbedürftigkeit der March Region informiert. Der grenzüberschreitende Austausch der einzelnen Ökozentren bewirkt einen bessere, grenzüberschreitende Kooperation im künftigen Naturschutz. Weiters wird rund um die Ökozentren Umweltbildung in der Umgebung der March geleistet, regelmäßige Ökopädodik-Stunden werden durchgeführt (mehr als 1000). Die Umweltbildung bewirkt die Integration von Naturschutzmaßnahmen in die Entscheidungsfindung der territorialen Entwicklung. Zur selben Zeit öffnet sie eine breite Palette an Natur-Erholung. Dank des grenzüberschreitenden Austausches und Managements, genauso wie diverser Maßnahmen und Einbindung von Tourismus können wir bessere Ergebnisse im Bioptopmanagement erwarten, aber auch garantieren, dass ein weites Spektrum an Einwohnern und Besuchern angesprochen wird.

Notwendigkeit des grenzüberschreitendes Ansatzes 

Das Management von Schutzgebieten auf beiden Seiten der March bedarf eines grenzüberschreitenden Austausches. In vergangenen Programmen wurden diverse Strategien dazu entwickelt (z.B. Memorandum of Understanding for the crossborder RAMSAR site in 2001, AKK Actionplan 2010, Ramsar Strategy 2013), welche wichtige Entwicklungs- und Schutzaufgaben beinhalten. Während viele Aktivitäten, wie Management von Ackerland oder Defragmentierung von Straßen auf nationaler Ebene durchgeführt werden können, können andere wie Wassermanagement, Management von aufgegebenen Land oder der Schutz von Arten mit einem großen, grenzüberschreitenden Aktionsradius nur mit einer starken, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit verwirklicht werden. Während einige Punkt der Regionalentwicklung, wie Raumplanung nach wie vor auf nationaler Ebene durchgeführt werden, können die Bewerbung der großen, geteilten Naturschätze und die Besuchelenkung von beiden Ländern nur gemeinsam durchgeführt werden. Die Nutzung zu Erholungszwecken, aber auch das Lernen in (Vor-) Schulen ist in den letzten Jahren mehr bilaterial geworden. Deshalb müssen Angebote hinsichtlich Wissen, Themen und Sprache an diese Anforderungen angepasst werden. Die geplanten Aufgaben müssen in beiden Ländern umgesetzt werden, eine starke Partnerschaft mit gemeinsamen Engagement und klaren Kooperationsbedingungen werden dafür benötigt. Ein grenzüberschreitendes Förderprogramm ist deshalb der beste Rahmen um die Aufgaben und Anforderungen zu erfüllen. 

Individuelle Projektziele 

  • Verbesserung in Schutzgebieten und gefährdeten Biotopen im Gebiet der March durch Management-bzw. Pflegemaßnahmen. 
  • Verbesserung der Lebensraumvernetzung/Green Infrastructure und Biodiversität im Gebiet der March und des AKK durch die Verbesserung von naturnahen Lebensräumen beiderseits der March als Trittsteine. 
  • Umfangreiche Bewusstseinsbildung in der Region um die March um das Verständnis für die Bedeutung des Naturraums und die Akzeptanz für Schutzgebietsmaßnahmen zu erhöhen, ausgehend von einer Reihe von aufeinander abgestimmten Ökozentren entlang der March, die im Rahmen des Projekts ausgebaut werden und unterstützt von kompetenter naturtouristischer Vermarktung 

Beteiligte Partner

Mesto Stupava

BROZ-Bratislavské regionálne ochranárske združenie

Mesto Gbely

Mestská časť Bratislava- Devínska Nová Ves

Trnavský samosprávny kraj

NÖ.Regional.GmbH

Marktgemeinde Hohenau an der March

March.Raum.Ökotourismus und Förderung regionaler nachhaltiger Produkte in den March-Auen und im Marchfeld

Weinivertel Tourismus GmbH

WUK Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser, Kurznezeichnung: WUK Werkstätten-und Kulturhaus